© Gemeinde RitterhudeMonatelang hatten sich die acht Läufer aus Osterholz-Scharmbeck und Ritterhude vorbereitet. Dann ging es endlich am Freitag, den 13. Oktober in frühmorgentlicher Dunkelheit und bei Regen los. Nach langer elfstündiger Fahrt - bei meist günstigen Verkehrsbedingungen - aber gut gelaunten Insassen kamen sie in Val-de-Reuil an. Mit an Bord waren die Läufer Dirk Briese, Simone Wempe, Heike Bohlen, Beate Wessels, Liane Gutscke, Marcel Sievert, Jörn Grotheer, Dr. Ulrich Klein und der Fotograf Volker Rode, sowie kleine Geschenke für die Gastgeber.
Die Läufergruppe wurde von den Gastgebern in Val de Reuil mit viel Herzlichkeit empfangen – diese haben ein leckeres Abendessen mit regionalen Delikatessen und Wein vorbereitet. Anwesend war ebenfalls bereits die englische Delegation. Die polnischen und senegalesischen Mitstreiter sowie die Vertreter der jeweiligen Partnerschaftsstädte von Ritterhude, wie der Bürgermeister Jürgen Kuck mit seinen Begleitern stießen am späteren Abend dazu. Einige kannten sich schon gut von den Treffen der vorausgegangenen Jahre, z.T. auch schon in zweiter Generation. Die Stimmung war sehr freundlich und herzlich und man war neugierig aufeinander.
Nach dem Essen hatte die Gruppe aus Deutschland beschlossen, noch das beeindruckende Jesse-Owens-Stadion der Ortschaft zu besichtigen. Es war auch im Dunkeln eine imposante Anlage, die jedes Sportlerherz höher schlagen ließ und zu einer spontanen kleinen Lauftrainingseinheit auf der Tartanbahn geführt hat. Der Abend klang noch mit den anderen Nationen gesellig aus. Die Unterbringung im örtlichen Berufsbildungszentrum in Zwei- und Drei-Bett-Zimmern mit eigener Nasszelle war schlicht, aber es fehlt an nichts.
Am nächsten Tag war viel geplant. Der kulturelle Höhepunkt fand im Schloss Morteza bei einem Bankett mit mehreren Gängen statt.
© Gemeinde Ritterhude
Von dem hoch über der Landschaft mit dem Tal der Flüsse Seine und Eure gelegenen Anwesen war die Aussicht auf Val-de-Reuil, die Seen und die Seine überwältigend. Die vorgegebene Sitzordnung sah an dem Tag vor, dass die anwesenden Nationen bunt durchmischt werden sollten, so dass während des Essens ein internationaler Austausch mit anregenden Gesprächen zustande kam. Danach hat uns der Schlosseigentümer noch durch seine private Kunstgalerie mit beeindruckenden Bildern und Werken der australischen Aborigines durchgeführt.
Abends nach der Rückkehr in die Herberge gab es noch eine schöne traditionelle Pastaparty, damit die Sportler sich für den Wettkampf am nächsten Tag stärken konnten.
Am Sonntag war es dann schließlich soweit. Nach dem Frühstück wurden die Wettkampfteilnehmer mit Busshuttles zu ihren unterschiedlichen Startplätzen gebracht. Gelaufen werden konnte ein Marathon, Halbmarathon oder der Marathon-Staffellauf, in Frankreich „Ekiden“ genannt. Die meisten der Ritterhuder Läufer liefen einen "Halben" , Heike sogar den ersten ihres Lebens!! Jörn machte den Staffellauf zusammen mit fünf anderen Teilnehmern aus England, Senegal, Frankreich und Polen.
Bei zwar kühlen Temperaturen, aber strahlendem Sonnenschein ging es los. Der Lauf fand in stimmungsvoller Natur an den Seen und dem Seineufer statt. Die Zuschauer hatten auch viel auf die Beine gestellt, um die Läufer zu motivieren und feuerten uns begeistert an. Die Versorgung der Sportler während und nach dem Wettkampf war gut organisiert. Auf den letzten Metern "trug" uns das Publikum ins Ziel. Am Pavillon der Städtepartnerschaft wurden die Sportler hervorragend mit Getränken und Essen versorgt und konnten sich nach den Anstrengungen erholen. Alle waren sich nach dem Zieleinlauf einig, dass es eine der schönsten Wettkampfveranstaltungen war, die sie jemals besucht hatten.
© Gemeinde RitterhudeDas Ganze wurde am Abend noch mit einem Festessen im Théatre de l´Arsenal gekrönt. Die musikalische Begleitung hat zum Mitsingen und Tanzen eingeladen. Es war ein sehr fröhlicher Abend mit unseren Gastgebern und den Delegationen der anderen Partnerstädte.
Am nächsten Morgen wurde die Gruppe - wie an den vorangegangenen Tagen auch - noch mal mit einem umfangreichem Frühstück versorgt und konnte sich gestärkt auf den Heimweg machen. Zum herzlichen Abschied gab es noch kleine Präsente sowie etwas Reiseproviant. Die Heimfahrt verlief reibungslos.
Allen Teilnehmern hat das Wochenende in Val-de-Reuil sehr gut gefallen. Nicht nur die Wettkampfveranstaltung war sehr schön, sondern die Möglichkeit, mit gleichgesinnten Sportlern aus aller Welt in Kontakt zu kommen und Freundschaften zu schließen. Und das in der reizvollen Landschaft Val-de-Reuils mit seinen überaus liebenswerten Einwohnern. Alle waren sich einig: sie würden immer gerne wiederkommen.