Woter is Segen

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Rubrik Fahrrad-Touren
Kategorie Familie, Kultur
Art der Tour Eintages-Tour
Länge 27,58 km
Dauer 2 Stunden + Stopps und Besichtigung
Streckenverlauf Ritterhuder Schleuse, Kreuzwümme, Siel, Kirche St. Martini, Burglesum, Lesumsperrwerk, Vegesack, Lesumsperrwerk, Wasserhorst, Ritterhude, Ritterhuder Schleuse
Kontaktmöglichkeit Gästeinformation im
Hamme Forum
Riesstraße 24
27721 Ritterhude
Geschäftszeiten:
Mo–Fr 10.00 bis 17.00 Uhr

Tel. 04292 / 4 79 99 90
info@hammeforum.de
www.hammeforum.de
Beschilderung Diese Tour ist nicht ausgeschildert.

“Woter is Segen, Woter is Not Lot us den Segen, wohr us vor Not“ Möchten Sie erfahren, was es mit diesem plattdeutschen Spruch auf sich hat? Dann kommen Sie mit auf Fahrt durch eine Kulturlandschaft, in der Menschen seit Hunderten von Jahren am Wasser leben. Leben am Fluss Für die Menschen am Fluss bedeutete das Wasser Segen und Not zugleich. Segen, da der Fluss die Grundlage für Leben, Arbeit und Verkehr bildete. Not, da verheerende Fluten Menschenleben kosteten und existenzbedrohende Ernte- und Viehschäden anrichteten. Entlang der vier Flüsse Hamme, Wümme, Lesum und Weser sehen Sie wie der Mensch das Wasser nutzte, sich mit wasserbaulichen Einrichtungen vor Hochwasser schützte und nasses Land kultivierte. Unsere Tour beginnt in Ritterhude, dessen mittelalterlicher Ursprung auf eine günstige Schiffsanlegestelle an der Hamme zurückzuführen ist. Schon die alte Ritterschaft zur Hude, die zunächst in einer mittelalterlichen Wasserburg an der Hamme lebte, beschäftigte sich um 1100 mit dem Landausbau durch Gewässerregulierung. Holländer, die bereits mehr Erfahrung im Kampf gegen das Hochwasser hatten, halfen beim Deich-, Graben- und Sielbau. Höfe wurden auf Wurten, künstlichen Erdhügeln errichtet und standen somit oberhalb der Flutmarke in Sicherheit. 1874/75 wurde die Ritterhuder Schleuse, das sogenannte „Tor zum Teufelsmoor“ gebaut, um die rund 60.000 ha große Hammeniederung vor den verheerenden Sommerfluten zu schützen, die von der Nordsee über die Weser und Lesum Jahrhunderte lang das Land bedrohten. Die Ritterhuder Schleuse stellt ein Symbol für den andauernden Kampf der Menschen gegen die Fluten dar und steht seit 1985 wegen seiner Einzigartigkeit und seinem Alter unter Denkmalschutz. Sie ist bis heute in Betrieb, vor allem im Sommer finden wegen des lebhaften Sport- und Freizeitverkehrs ständig Schleusungen statt. Noch vor hundert Jahren waren täglich Hunderte von Torfkähnen und „Böcken“, ein Kahntyp von 47 m Länge, auf den Wasserstraßen unterwegs. Die Route der Torfkähne, auf der das begehrte Heizmaterial aus dem Moor zu den Umschlagplätzen transportiert wurde, führte über Kanäle aus dem Teufelsmoor in die Hamme und Wümme, dann in die Lesum und Weser bis nach Vegesack. Zur Zeit des Schleusenbaus gab es im Moorgebiet ca. 1.500 Torfkähne, so dass die Schleuse so konstruiert wurde, dass bei regem Betrieb 16-18 Torfschiffe innerhalb von 6 ½ Minuten bzw. bis zu 500 Fahrzeuge am Tag durchgeschleust werden konnten. Heute werden auf Nachbauten der Halb-Hunt-Kähne, dem damals am meisten benutzten Torfschiff, Gruppenfahrten durch die schönen Flusslandschaften angeboten. Die Tour führt weiter entlang des denkmalgeschützten Hindenburgdeiches, der vermutlich um 1300 angelegt wurde. Wenn Sie einen Blick über den Deich werfen, werden Sie mit einem schönen Blick auf die Hamme und Ritterhude belohnt. Wir gelangen zur Ritterhuder Schlossbrücke. Die Schlossbrücke, die Dammbrücke an der Ritterhuder Schleuse sowie andere historische Übergänge über die Hamme spielten bei der Entstehung Ritterhudes eine wichtige Rolle, da über sie der Verkehr zwischen Geestkante und Niederung stattfand. Da jedoch der Bau und die Unterhaltskosten beträchtlich waren, wurde im 18. Jh. „Klappengeld“ von allen nicht bremischen Kahnschiffern gefordert sowie Brückengeld von fremden Fuhrwerken erhoben. 1926 wurde die hölzerne Schlossbrücke durch eine moderne Stahlkonstruktion ersetzt. Bild Brücke Die Kreuzwümme ist der Schauplatz, an dem sich Hamme und Wümme zur Lesum (lat. Lesmona) vereinen. Bei Ebbe können Sie am Schilf erkennen, wie hoch das Wasser bei Flut steigt. Wussten Sie, dass der Tidenhub (Wasserstandsunterschied bei den Gezeiten) hier im Binnenland größer ausfällt als an der Küste? Ein Grund dafür sind die Weserkorrektionen, bei denen das Flussbett der Weser stets vertieft wurde, dass sogar Schiffe mit 10 Metern Tiefgang den Hafen in Bremen erreichen können. Dies hatte zur Folge, dass der Tidenhub von 43 cm auf 90 cm (1895) und durch den weiteren Ausbau auf sogar 4 Meter anstieg. Dadurch verstärkte sich die Strömung, die Flut bedrohte die Niederungen durch Hochwasser und bei Ebbe sank der Wasserstand soweit, dass Schiffe auf dem Trockenen saßen. Entlang der Deiche entdecken Sie zahlreiche Siele, die das Wasser aus den Feldern in die Flüsse leiten. Die Sieltore funktionieren automatisch: bei Ebbe fließt das Wasser aus den Fleeten in die Lesum, bei Flut hingegen schließen sich die Klappen. Beobachten Sie einmal das Wasser! Können Sie anhand der Sieltore die Gezeiten erkennen? Die Lesum abwärts wird die Atmosphäre deutlich maritimer. Der Fluss wird breiter, am Ufer liegen Sportboote, Bootsbauer arbeiten auf kleinen Werften, Motorboote fahren auf dem Wasser. Spüren Sie bereits einen Hauch von einer frischen Meeresbrise? Der Aussichtspunkt am Wasser bietet einen schönen Blick auf den Fluss und lädt zum Verweilen ein. Vorbei am hohen Ufer der Lesum, dem Knoops Park und den Villen der reichen Bremer Kaufleute erreichen wir das Lesumsperrwerk und den Yachthafen Grohn. Nach der Jahrhundertflut von 1962 wurde 1972 zum Schutz des Hinterlandes das Lesumsperrwerk errichtet. Es entlastet die Ritterhuder Schleuse und dient zur Regulierung der tidenbedingten Ein- und Ausströmung des Wassers. Fahren Sie weiter auf dieser Uferseite, gelangen Sie nach Vegesack zu einem prächtigen Großsegler, dem „Schulschiff Deutschland“. Es wurde 1927 gebaut und ist das bundesweit einzig erhaltene Vollschiff, auf dem weiterhin seemännischer Nachwuchs ausbildet wird. Das Segelschiff kann besichtigt und sogar für private Feste und Trauungen gebucht werden und bietet interessante Einblicke in die Geschichte der seemännischen Ausbildung für die deutsche Handelsmarine. Vegesack ist geprägt durch seine Seefahrtsgeschichte und war ein wichtiger Standort für den bremischen Seehandel. Das Wahrzeichen des Ortes, die Unterkiefer eines Wales erinnern daran, dass hier das Zentrum der Grönlandfahrer, der arktischen Walfischerei war. In Vegesack entstand das erste künstlich angelegte Hafenbecken Deutschlands (1619-22). Auch die Torfschiffer aus dem Teufelsmoor, die „Jan von Moor“ gerufen wurden, steuerten den Vegesacker Hafen an. Bis zu drei Tage brauchte ein Torfschiffer für die mühselige Reise vom Teufelsmoor bis hierher. Früher gab es noch keine Tidekalender. Die Torfschiffer orientierten sich am Mond, um Ebbe und Flut zu berechnen. Können Sie sich heute noch vorstellen, dass die Maritime Meile, die zum Flanieren und Schauen einlädt, früher ein breiter Sandstrand war? Heute blickt man vom Ufer, von wo aus früher Seefahrer ihre weiten Reisen antraten, auf die hochmodernen High-Tech-Werften. Am Ende der Maritimen Meile steht die „Gläserne Werft“, wo Sie beim Nachbau von historischen Schiffen zuschauen können. Genießen Sie den Anblick der mächtigen Weser, deren Ziel nicht mehr fern ist, die Nordsee... Auch in Vegesack hieß es stets „Land unter“. Das Havenhaus und das zugehörige Viehaus (heute „Grauer Esel“) bieten nach aufwendigen Modernisierungsarbeiten dem Hochwasser mit Panzerglasscheiben, Stahltüren, Klappen und Gummidichtungen Paroli. Auch wenn das Wasser draußen bis zum Fenster steht, bleibt es drinnen trocken. Zurück zum Lesum Sperrwerk überqueren wir die Brücke und kommen in das Werderland. Vorbei an zahlreichen Booten, die auf der Lesum schippern, gelangen Sie zu den Ruinen des Schöpfwerks Wasserhorst. Schon im 13.Jh. versuchten die Siedler das sumpfige Blockland zu kultivieren und bauten ein Netz von Abflussgräben. Doch nur mit Hilfe des 1864 errichteten dampfbetriebenen Schöpfwerkes, das zu seiner Zeit das größte Deutschlands war, konnte man die Sumpflandschaft, die zum Teil nur einen Meter über dem Meeresspiegel liegt, entwässern und kultivieren. Täglich strömten hier die Wassermassen aus dem Blockland in die Lesum. Die Hochwassergefahr wurde somit eingedämmt und weitere Landstriche konnten erschlossen werden. Die Atmosphäre wird wieder ländlicher. Unweit des Zusammenflusses der Wümme und Hamme erreichen Sie das Dorf Wasserhorst oder „Up`r Horst“, wie man es einst nannte. Der idyllische Ort liegt auf einem 6 m hohen Hügel, geschützt vor dem Hochwasser. Einen beschaulichen Eindruck vermittelt die Kirche von 1187, die sicher auf dem höchsten Punkt des Hügels steht. Entlang des Wümmedeiches geht es weiter Richtung Ritterhude. Lassen Sie die Landschaft auf sich wirken und genießen Sie die Stille. Wieder in Ritterhude angelangt endet die Tour an der Schleuse.

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